In der Danakil-Senke: Ein Tag am heißesten Ort der Erde

So arbeitet es sich am heißesten, trockensten und tiefsten Ort auf diesem Planeten

In der Danakil-Senke: Ein Tag am heißesten Ort der Erde
Stars Insider

10/03/20 | StarsInsider

Reisen Kuriositäten

Das Afar-Dreieck (auch Danakil-Senke genannt) in Äthiopien ist schon auf Fotos ein außerweltlicher Anblick, aber diesen Ort tatsächlich zu erleben, ist nochmal eine ganz andere Geschichte. Es ist der tiefstgelegene Ort in Afrika und gilt zudem als der heißeste Ort auf der Welt, mit einer jährlichen Durchschnittstemperatur, die alle andere Gegenden auf diesem Planeten übertrifft.

Die Region, in der drei tektonische Platten aufeinander treffen, beherbergt sowohl einen aktiven Vulkan wie auch den Stamm der Afar, die seit Generationen Salzplatten – als eine Art Währung – über unwegsame Kamelrouten von der Senke zurück in ihre Städte transportieren. Aber was bedeutet es tatsächlich, hier zu arbeiten?

Sie sieht aus wie von einem anderen Planeten, aber die Danakil-Senke liegt in Äthiopien. Teile erstrecken sich nach Eritrea und Dschibuti. Es ist einer der heißesten und unwirtlichsten Orte der Welt. Hier gibt es Vulkane, Lavaseen, tödlich heiße Quellen und Geysire, die ständig dampfend heißes Wasser in die Luft speien. Die Sonne brennt mit manchmal über 60°C auf die Erde und die trockene Luft saugt die Feuchtigkeit nur so von den Lippen. Es ist für den Körper kaum zu ertragen. Die rauen Umwelt glüht bei durchschnittlich 34,4°C im Jahr. Das ist die höchste Durchschnittstemperatur der Welt.

Die Afar nennen das Gebiet ihr Zuhause. Obwohl es eher wie ein unmöglicher Ort zum Leben wirkt, findet man hier Menschen. Sie schätzen die Landschaft für ihre reichen Salzvorkommen.

Die Senke liegt 125 Meter unter dem Meeresspiegel, womit es auch einer der tiefstgelegene Orte des Planeten ist. Zudem regnet es nur zwischen 100 und 200 Millimeter pro Jahr.

Die Farben stehen für etwas Wichtiges: Seine bunt schillernden hydrothermalen Felder sind das Ergebnis einer Kombination aus Schlamm, Eisen, halophilen Algen und vor allem Salz. Seit Jahrhunderten reisen Kaufleute mit Kamelkarawanen in die Senke, um Salz von der Oberfläche des riesigen Wüstenbeckens zu sammeln. Es ist das wertvollste Gut der Region. 

Beim Salzsammeln handelt es sich um eine uralte Tradition. Karawanen brechen in die Danakil-Senke auf, um das kostbare Gut zu finden, es zu extrahieren, einzupacken und in die Städte zurückzubringen. Mit Kamelkarawanen wird zur Salzpfanne gewandert. Ausgangsort ist oft Berahile.

Berahile, in Afar, ist eine der vielen Städte in Äthiopien, deren Wirtschaft vom Salzhandel lebt. Karawanen verbringen hier die Nacht, bevor es am nächsten Tag auf die Reise geht. Salzhändler und ihre Packtiere ruhen sich hier aus, bevor sie sich auf die Reise in die unwirtliche Umgebung vorbereiten. Ausgeruht zu starten ist essentiell, denn die Reise ist anstrengend und entbehrungsreich. 

Interessanterweise nehmen sie neben nicht viel mit. Die Bewohner der Gegend haben sich an das Wetter angepasst, sodass sie weniger Nahrung und auch weniger Wasser benötigen als die meisten Menschen. 

Dann, in der Morgendämmerung, wo es noch vergleichsweise kühl ist, bricht die Karawane auf. Generation nach Generation zieht mit ihren Kamelen auf der Suche nach Salz durch die Danakil-Senke. Es handelt sich um eine uralte Route.

Wenn man das weiße Gold gefunden hat, muss man schnell sein. Die Arbeiter schneiden und packen so viel Salz ein wie irgendwie möglich, bevor sie sich auf die zweitägige Rückreise machen. Es ist harte Arbeit in gnadenloser Hitze.

Doch das karge Land spendet Leben, denn je mehr Salz sie gewinnen und zurückbringen, desto mehr Geld verdienen sie und desto länger können sie den nächsten Trip hinauszögern.

In gewisser Weise ist es ein Geschenk der Erde – die Salzplatten sind wunderschön, wenn auch vielleicht nicht unbedingt für denjenigen, der sie zurück nach Hause schleppen muss.

Auf dieser antiken Routen werden keine neuartigen Technologien verwendet. Es werden einfache Materialien genutzt. Während die Männer das Salz gewinnen, können sich die Kamele ein wenig ausruhen. Dann werden die Tiere mit den Salzplatten beladen und es wird der Rückweg angetreten. Die Karawane braucht zwei Tage, um die Stadt Berahile zu erreichen. Dort wird das Salz abgeladen und verkauft.

Meistens handelt es sich um ein Familiengeschäft. Im Bild ist Abdu Ibrahim Mohammed zu sehen, ein pensionierter Salzhändler, der den Job 25 Jahre lang ausübte, bevor er das Geschäft an seine Kinder weitergab. 

In Berahile laden die Arbeiter die Salzplatten von den Rücken der Kamele, die in Lagerhäusern, beispielsweise der Berahile Salt Association, gestapelt werden und auf die Weiterverarbeitung warten. Die Händler erhalten ihren Lohn von solchen Salzverbänden. Die Arbeiter bereiten dann Salzriegel vor, die auf den Märkten verkauft werden sollen. Sie formen sie zu handlichen Riegeln, die man in einem einfachen Laden in der Stadt kaufen kann.

Und während all dies geschieht, schütteln die Menschen in anderen Teilen der Welt das Salz auf ihr Essen, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken.

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