Molassia: Die unglaubliche Geschichte einer selbsterklärten Nation

Unfassbarerweise ist das Land rechtlich gesehen tatsächlich legitim – und zu besuchen!

Molassia: Die unglaubliche Geschichte einer selbsterklärten Nation
Stars Insider

11/03/20 | StarsInsider

Reisen Mikronation

Fast jeder hat schon davon geträumt, über sein eigenes Land zu herrschen, aber nur wenige können sagen, dass sie es getan haben. Nun, hier kommt ein Mann, der sich diesen Traum erfüllt hat. Willkommen in der Republik Molossia: einer selbsternannten Mikronation in den USA mit eigener Währung, Pässen, einem Weltraumprogramm, eigener Kriegsgeschichte und vielem mehr – alles von einer einzigen Person geschaffen. Hier finden Sie alles, was Sie über dieses großartige und winzige Land wissen müssen. 

Es begann alles mit einem Kindheitstraum. Kevin Baugh und ein Freund waren noch Teenager, als sie zum ersten Mal auf die Idee kamen, eine eigene Mikronation, unabhängig von den USA, zu gründen. Sie wollten sie Grand Republic of Vuldstein nennen. 

Der Freund fühlte sich irgendwann zu alt für die Idee, aber Baugh gründete am 3. September 1999 die Republik Molossia. Er ist jetzt Seine Exzellenz, Präsident Kevin Baugh. Er erklärte, dass dieses Land kein Hobby, sondern eine Leidenschaft sei, quasi eine Erweiterung seiner selbst. In seiner Freizeit, wenn er denn welche hat, ist Baugh ein pensionierter Sergeant erster Klasse der US Army, der in der Personalabteilung der Nevada National Guard arbeitet.

Die winzige Nation liegt mitten in Nevadas trockener Wüste und umfasst gerade mal 5,26 Hektar. Die Hauptstadt Baughston liegt auf dem Territorium von Nevada, aber es gibt zwei weitere Gebiete in Kalifornien – die Kolonie Farfalla und die Desert Homestead Province. Molossia beansprucht auch über 20.000 Hektar Land auf dem Planeten Venus, das Territorium heißt Vesperia – die Nation dehnt sich also aus.

Sie sehen sich unabhängig der US-Jurisdiktion. Baugh bezahlt zwar Grundsteuern an die USA, sieht dies aber eher als Entwicklungshilfe an. Man müsse sich nur Amerikas Straßen anschauen – das Land würde alle Hilfe brauchen, die es kriegen könnte, sagt er. 

Die Grenze zum Territorium unterliegt strengen Kontrollen: Die Einreise in das Land kostet alles Kleingeld, was Sie bei sich tragen, aber Sie müssen Dinge wie frischen Spinat, Wels, Plastiktüten, Zwiebeln, Walrosse und alles aus Texas mit Ausnahme von Kelly Clarkson zurücklassen. 

Nur die 32 Bürger – jeder ein Verwandter von Baugh – haben einen Molosser Pass. Sie als Reisender können jedoch Ihre eigenen Stempel bekommen, wenn Sie die Grenze überqueren. Leider werden Anträge auf Staatsbürgerschaft nicht akzeptiert.

Die Währung heißt "Valora". Dies heißt "wertvoll" in Esperanto, der zweiten Sprache des Landes. Die Valora sind auf Pokerchips gedruckt. Ein Valora besteht verständlicherweise aus 100 Futtrus. Die Währung ist an den relativen Wert des Pillsbury-Cookieteigs gebunden, der in der Molossia-Bank gelagert wird. Cookie Dough-Feste gibt es auch, sie sind laut der Website die traditionelle molesser Art, jeglichen Feiertag oder sonstigen Anlass zu zelebrieren.

Und natürlich gibt es auch Wappen und Nationalhymne: Das Motto der Nation lautet "Wer nichts wagt, der nichts gewinnt". Die Nationalhymne heißt "Fair Molossia Is Our Home". Sie wird auf dem Nationalinstrument, dem Molossaphone, gespielt.

Wie Sie vermutlich schon geahnt haben, ist das Wetter in Molossia dem in Nevada sehr ähnlich. Das Land befindet sich jedoch in seiner eigenen Zeitzone, der Molossian Standard Time. 

Daneben besitzt das Land auch eine eigene Telefongesellschaft. Und neben ihrer eigenen Telefonleitung haben sie ihr eigenes Messsystem. Ein "Norton" entspricht der Länge der Hand des Präsidenten, und ein "Fenwick" entspricht dem Gewicht eines großen Stücks Pillsbury-Cookieteigs. 

Und was ist mit der nationalen Küche? Beschrieben auf der Webseite als "einfach und lecker", besteht die Küche Molossias vornehmlich aus Fleisch- oder Nudelgerichten wie Spaghetti mit Fleischbällchen, Pizza oder Lasagne. 

Es gibt auch viele touristische Highlights in Molossia! Dazu gehört etwa der "Tower of the Winds", "gewidmet dem Wind und der Wüste und das Symbol unserer Nation", wie die Website beschreibt. Daneben kann man den Norton Park in der ursprünglichen Harmony Province besuchen. Und jeder kann ein zertifizierter Space Cadet in Molossia werden, indem er eine hochmoderne Rakete mit dem Fuß in die Luft schießt!

Oh, und sollten Sie noch Zweifel daran gehabt haben, wie ernst die Molosser ihre Sache nehmen: Es gibt eine Poststation und eigene Briefmarken.

Aber warum in aller Welt eine Mikronation? Es sei ein Ausdruck der persönlichen Unabhängigkeit, Kreativität, Fantasie und politischen Satire, erläutere Baugh. Es beschreibt, dass dies einfach eine schöne Art sei, die Welt zu betrachten. Man würde sehen, was andere Länder so machen und dies selbst tun.

Das Land weist auch eine interessante, höchst ereignisreiche "Geschichte" vor. Sie behaupten etwa, 1983 gegen Ostdeutschland Krieg geführt zu haben.

Vom 22. Mai bis zum 8. Juni 2006 wütete zudem ein Territorialkonflikt, ausgelöst von einem Rivalen Baughs, der sich Sultan Ali-Ali Achsenfree nannte, in Molossia. Der Präsident mobilisierte damals die Marineinfanterie. Es waren schwierige Zeiten. Die Bürger wurden aufgefordert, Gas und Essen zu sparen und von allen Kommunikationskanälen fernzubleiben, aber schließlich siegten sie in ihrem Territorialstreit. Ein Friedensvertrag wurde unterschrieben und Mustachistan stimmte zu, an Molossia Reparationszahlungen zu leisten in Form von – dreimal dürfen Sie raten – Cookieteig.

Dann gibt es da noch das Kriegerdenkmal des toten Hundes. Im Jahr 1999 überquerten verdeckte Truppen illegal das Land von Molossia und begruben einen toten Hund. Einfache Verhandlungen scheiterten, aber das Land verwendete ihre geheime Waffe, "das unaufhörliche Geschwätz eines hyperaktiven dreizehnjährigen Jungen", und schließlich wurde der tote Hund entfernt.

Dramatisch wurde es 2010, da gab es eine Invasion und die Regierung wurde gestürzt! Molossia wurde von Komiker Doug Walker und dessen Freunden überfallen, die das Land übernahmen und in Kickassia umbenannten. Der neue Diktator fand es jedoch bald zu schwierig, ein Land zu führen und gab es zwei Tage später an Baugh zurück. 

Diese unglaubliche Mikronation ist tatsächlich so offiziell wie nur möglich. Es fehlt nur die Anerkennung von anderen großen Staaten. Baugh organisiert und nimmt auch an mikronationalen Konferenzen und MicroCons teil, etwa an der mikronationalen PoliNation-Konferenz in London.

Molossia schätzt sich glücklich, auf andere Mikronationen hinzuweisen! Bleiben Sie auf dem Laufenden mit dem Land, buchen Sie eine Tour und erfahren Sie mehr auf ihrer Website. Wer weiß, vielleicht gründen Sie auch irgendwann Ihren eigenen Staat!

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