Das Internet hat die Möglichkeiten, mit anderen in Kontakt zu kommen, verändert, aber auch den Schattenseiten der Gesellschaft Tür und Tor geöffnet, insbesondere in Sachen Online-Gruppen, die es auf Kinder abgesehen haben. Kürzlich gab Europol eine dringende Warnung über den Anstieg von gefährlichen Online-Kulten heraus, die aktiv junge Menschen rekrutieren. Diese Gruppen nutzen digitale Plattformen, um Minderjährige zu manipulieren und sie häufig zu schädlichem Verhalten, Gewalt und kriminellen Taten anzuregen.
Was können Eltern, Betreuende und ErzieherInnen tun, um die Zeichen früh zu erkennen und die Kinder zu schützen? In dieser Galerie werfen wir einen Blick auf die Warnzeichen, erklären, wie diese Kulte funktionieren und liefern Tipps von Fachleuten, wie die Kinder geschützt werden können. Klicken Sie weiter, um mehr zu erfahren.
Europol warnt vor gewaltsamer Ausbeutung im Internet, insbesondere der Nötigung junger Menschen zum Beitritt in Kulte, die in den letzten Jahren aufgekommen ist.
Nach Angaben der Behörde nutzt eine wachsende Zahl an Gruppen digitale Plattformen, um extreme Grausamkeit zu normalisieren, Opfer zu erpressen und Menschen zur Verübung von Gewalttaten zu radikalisieren, was eine ernst zu nehmende Bedrohung für die öffentliche Sicherheit darstellt.
Der Bericht von Europol hebt Kulte von Cybergrooming heraus, die Gewalt befördern und Minderjährige ausbeuten. Die Behörde warnt davor, dass diese Gruppen "sich für den Zusammenbruch der modernen Gesellschaft durch Terror, Chaos und Gewalt einsetzen und Ideologien verbreiten, die Amokläufe, Bombenangriffe und andere Verbrechen inspirieren".
Der Bericht beschreibt dies nicht als vereinzelte Vorfälle. Diese scheinbar versteckten Kulte bilden ein gefährliches weltweites Netzwerk aus Online-Gruppen, die sowohl Täter als auch Opfer anlocken.
Die Polizeibehörde stellt die Anwesenheit eines sogenannten Anführers in diesen Missbrauchsgruppen heraus. Sie funktionieren wie bestimmte Sekten, in denen charismatische Anführer Enttäuschung und Manipulation nutzen, um die Anhänger gehorsam und abhängig zu machen.
Die Inhalte, die die Mitglieder dieser Gruppen teilen, sind extrem brutal, darunter Gore (grafische und explizite Darstellungen extremer Gewalt), Tierquälerei, Darstellungen von Kindesmissbrauch und von Morden.
Diese Gruppen ermutigen die Mitglieder nicht nur dazu, brutale Inhalte zu teilen, sie konkurrieren auch darum, wer das extremste Material postet, wodurch die Verbreitung von missbräuchlichem und illegalen Inhalten zu einem verdrehten Wettkampf wird.
Durch die Verbreitung extremer Inhalte sollen anfällige Menschen desensibilisiert werden. Da sie sich immer mehr daran gewöhnen und die Gewalt normalisieren, nutzen die Gruppenanführer dies aus, um sie dazu zu verführen, die Normen der Gesellschaft zu brechen und sie auf echte Gewalttaten vorzubereiten.
Das Netzwerk aus Tätern hat es aktiv auf anfällige Menschen auf beliebten Plattformen, auf denen sich junge Menschen herumtreiben, abgesehen.
Die sozialen Medien ermöglichen es diesen Gruppen ganz einfach Opfer zu finden, diese zu rekrutieren und sie in privatere Bereiche zu locken.
Sie nutzen jedoch auch Spieleplattformen, Streamingdienste und Online-Foren, insbesondere solche, die sich um die Unterstützung bei psychischen Problemen drehen und deren Mitglieder besonders anfällig sind.
Der Bericht warnt davor, wie die Täter in den sozialen Medien das Online-Verhalten analysieren und es hauptsächlich auf anfällige Minderjährige zwischen acht und 17 Jahren abgesehen haben.
Minderjährige aus der LGBTQ+-Gemeinschaft, Minderheiten oder Menschen, die mit psychischen Problemen wie Depressionen oder Selbstverletzungsgedanken zu kämpfen haben, gehören ebenso zu den Hauptzielen.
Da anfällige Menschen mit psychischen Problemen häufig in Online-Communitys Unterstützung suchen, sind diese Selbsthilfeforen zu einem bevorzugten Jagdgebiet für die Täter geworden.
Der Bericht hebt hervor, dass Täter Online-Communitys zur Unterstützung psychischer Erkrankungen infiltrieren, indem sie vorgeben, Mitglieder in Not zu sein. Sie identifizieren und rekrutieren anfällige junge Menschen, indem sie lauern, beobachten und mit anderen interagieren.
Der Kontakt mit den Opfern beginnt in der Regel mit harmlosen Interaktionen, bevor er zu rücksichtslosem Verhalten eskaliert.
Zu Beginn verwenden die Täter oft "Love Bombing"-Techniken (extreme Ausdrücke der Fürsorge, Freundlichkeit und des Verständnisses, um das Vertrauen der Minderjährigen zu gewinnen), während sie persönliche Informationen über ihre Opfer sammeln.
Ist das Vertrauen erst einmal hergestellt, verlagert sich die Kommunikation auf privatere, verschlüsselte Plattformen, wo die Ausbeutung stattfindet.
Minderjährige werden oft von Personen, die sie für vertrauenswürdig halten, dazu gebracht, explizite Inhalte zu produzieren und Gewalttaten zu begehen, manchmal unter dem Vorwand, es "nur als Scherz" zu machen.
Sobald die Täter intime Videos und Fotos gesammelt haben, beginnen sie einen Kreislauf aus Erpressung. Dann werden die Opfer gezwungen, noch explizitere Inhalte zu teilen oder schädliche Handlungen vorzunehmen, oft unter Androhung der Enttarnung.
Zu den üblichen Taktiken gehört die Drohung, das explizite Material des Opfers an Familie, Freunde oder Online-Communitys weiterzugeben, wenn das Opfer nicht weitere Forderungen erfüllt.
Mit dieser Strategie wird ein Kreislauf aus weiteren Schäden und illegalen Aktivitäten geschaffen, indem das Opfer isoliert wird, das, überwältigt von Angst, Schuld und Scham, keine Hilfe sucht und die Täter nicht anzeigt.
Dieser Kreislauf der Gewalt eskaliert über die Opfer selbst hinaus. Europol hat aufgedeckt, dass Mitglieder dieser Gruppen schwere Verletzungen und Morde begangen haben und dabei Familien und zufällige Opfer ins Visier genommen haben.
In der nachrichtendienstlichen Warnung von Europol heißt es, dass diese Gewalttaten häufig mit rechtsextremen Gruppen in Verbindung gebracht werden. In dem Bericht heißt es: "Die Anführer befürworten den Zusammenbruch der modernen Gesellschaft durch Terror, Chaos und Gewalt und verbreiten Ideologien, die zu Amokläufen, Bombenanschlägen und anderen terroristischen Handlungen inspirieren."
Der Bericht betont, dass eine frühzeitige Aufdeckung dieser kriminellen Aktivitäten von entscheidender Bedeutung ist, nicht nur, um Gewalt und Schaden gegen gefährdete Jugendliche zu verhindern, sondern auch, um zu verhindern, dass die Opfer manipuliert werden, um zu Tätern zu werden und weiteren Schaden anzurichten.
Europol hat eine Reihe von Indikatoren aufgelistet, die zeigen, wie man frühe Anzeichen für die Beeinflussung von Jugendlichen durch gewalttätige Online-Gruppen erkennen kann. Lesen Sie weiter, um zu erfahren, wie Sie diese Anzeichen erkennen können.
Schädliche Gruppen operieren oft im Verborgenen und zwingen ihre Mitglieder, ihre Online-Interaktionen zu verbergen. Wenn Bildschirme versteckt werden oder mehrere oder anonyme Konten zum Einsatz kommen, kann dies ein Zeichen sein, dass ein junger Mensch an Aktivitäten teilnimmt, von denen er oder sie weiß, dass sie gefährlich oder verboten sind.
Diese Gruppen fördern oft die Isolation von äußeren Einflüssen und schaffen eine Blase, in der ihre Ideologie dominiert. Übermäßig viel Zeit allein zu verbringen oder sich von Familie und Freunden zu distanzieren, kann ein Zeichen dafür sein, dass ein junger Mensch zunehmend in die Online-Welt einer Gruppe eintaucht.
Der Kontakt mit extremistischen Inhalten und manipulativer Gruppendynamik kann erheblichen emotionalen Stress verursachen. Plötzliche Stimmungsschwankungen und Anzeichen von Ängsten und/oder Depressionen können die psychologischen Auswirkungen widerspiegeln, wenn man in eine schädliche Gruppe hineingezogen wird.
Ein plötzliches Interesse an extremistischen Ideologien und/oder Symbolen, dunklen Themen und/oder gewalttätigem oder grafischem Material kann darauf hindeuten, dass ein junger Mensch diesen Gruppen ausgesetzt ist und von ihnen beeinflusst wird.
Schädliche Gruppen entwickeln oft ihre eigene Sprache und Symbole, um ein Gefühl der Zugehörigkeit und Exklusivität zu schaffen. Veränderungen in der Kommunikation, wie z. B. die Verwendung bestimmter Slangs, Codes oder Symbole, können darauf hinweisen, dass ein junger Mensch die Identität einer Gruppe annimmt.
Schädliche Gruppen können zu Selbstverletzungen, Gewalt oder Missbrauch ermutigen. Wenn Kinder oder Jugendliche ständig und auch in unangemessenen Situationen lange Ärmel oder Hosen tragen, kann dies darauf hindeuten, dass Selbstverletzungen, Verletzungen oder Spuren von Nötigung verborgen werden sollen.
Auch wenn das Online-Verhalten schwieriger zu überwachen ist, bieten einige Plattformen Kindersicherungen, Passwörter und Fernzugriff an, damit Eltern die Aktivitäten ihrer Kinder verfolgen können.
Europol empfiehlt, auf ungewöhnliches Verhalten zu achten, z. B. auf die übermäßige Nutzung von Apps, die mit schädlichen Gruppen in Verbindung stehen, auf Interaktionen mit unbekannten Kontakten, die zur Geheimhaltung auffordern, und auf die Nutzung von verschlüsselten Nachrichten-Apps ohne ersichtlichen Grund.
Eltern, Betreuende und ErzieherInnen müssen sich auf dem aktuellen Stand halten und werden ermutigt, aufmerksam zu bleiben, die Anzeichen zu erkennen und mutmaßlichen Missbrauch den Strafverfolgungsbehörden zu melden.
Quellen: (European Union Agency for Law Enforcement Cooperation)
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