Die faszinierende Geschichte des Roten Kreuzes

Wie eine Schlacht und ein Buch zur Gründung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz führten

Die faszinierende Geschichte des Roten Kreuzes
Stars Insider

03/11/22 | StarsInsider

LIFESTYLE Geschichte

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) wurde 1863 in der Schweiz gegründet. Die Arbeit dieses weltweiten humanitären Netzwerks von 191 nationalen Gesellschaften, die als Rotes Kreuz und Roter Halbmond bekannt sind, basiert auf den Genfer Konventionen von 1949 und dient dem Schutz und der Hilfe für Opfer von bewaffneten Konflikten und anderen Situationen. Das IKRK – dreimaliger Träger des Friedennobelpreises – wird auch in Notsituationen tätig, z.B. bei Naturkatastrophen, und setzt sich aktiv für die Einhaltung des nationalen und internationalen humanitären Rechts ein. Die lange Geschichte des IKRK begann mit einem obskuren Militäreinsatz im 19. Jahrhundert und der Veröffentlichung eines Buches. Sind Sie neugierig geworden?

Klicken Sie sich durch die Galerie, um alles über das IKRK zu erfahren!

Schlacht von Solferino
2/32 photos © Public Domain 

Schlacht von Solferino

Die Schlacht von Solferino fand am 24. Juni 1859 im heutigen Italien zwischen französischen und österreichischen Truppen statt. Die Franzosen behaupteten sich. Später besichtigte ein Mann namens Henry Dunant das Schlachtfeld. Schockiert von den Folgen der Schlacht beschloss Dunant, ein Buch über das blutige Gefecht zu schreiben.

Henry Dunant (1828–1910)
3/32 photos © Public Domain 

Henry Dunant (1828–1910)

Henry Dunant veröffentlichte 1862 das Buch "Eine Erinnerung an Solferino". Obwohl er die Schlacht nicht aus erster Hand miterlebt hatte, beschrieb Dunant detailliert das Leiden der verwundeten Soldaten, die auf dem Schlachtfeld zurückgelassen wurden.

"Eine Erinnerung an Solferino"
4/32 photos © Public Domain 

"Eine Erinnerung an Solferino"

Die Veröffentlichung des Buches führte zur Gründung einer in der Schweiz ansässigen Gruppe, die einen Plan für nationale Hilfsorganisationen aufstellte. Im Jahr 1863 wurde der in Genf ansässige Dachverband als Internationales Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) bekannt. Dunant war einer seiner Mitbegründer.

Die Genfer Konventionen
5/32 photos © Getty Images 

Die Genfer Konventionen

Dunant setzte sich für die Einrichtung nationaler Hilfsorganisationen ein, die sich aus geschulten Freiwilligen zusammensetzten, die kriegsverwundeten Soldaten Hilfe leisten konnten. Eine Konferenz im Jahr 1893 führte im Folgejahr 12 Länder dazu, die erste Genfer Konvention "zur Verbesserung des Loses der Verwundeten und Kranken der bewaffneten Kräfte im Felde" zu unterzeichnen.

Rote-Kreuz-Flagge
6/32 photos © Getty Images 

Rote-Kreuz-Flagge

Bald darauf nahm das Komitee sein offizielles Emblem an – die Flagge mit dem roten Kreuz, eine Umkehrung der Schweizer Flagge. Es wurde zur Kennzeichnung des medizinischen Personals auf dem Schlachtfeld verwendet.

Die Schlacht von Dybbøl
7/32 photos © Public Domain

Die Schlacht von Dybbøl

In der Schlacht von Dybbøl, die am 18. April 1864 in Dänemark stattfand, wurde das Symbol des Roten Kreuzes erstmals in einem bewaffneten Konflikt verwendet.

Flagge des Roten Halbmonds
8/32 photos © Getty Images 

Flagge des Roten Halbmonds

Nachdem das Osmanische Reich 1965 die Genfer Konventionen ratifiziert hatte, begann es, einen roten Halbmond als Emblem zu führen. Die Flagge des roten Halbmonds wird auch heute noch von vielen islamischen Ländern verwendet.

Roter Kristall
9/32 photos © Shutterstock 

Roter Kristall

Als Reaktion auf die Bedenken, dass ein Rotes Kreuz und ein Roter Halbmond religiöse Bedeutungen vermitteln könnten, führte das IKRK 1992 ein neutraleres Emblem ein: den Roten Kristall. Er wird als besser vereinbar mit dem hinduistischen und buddhistischen Glauben und der Philosophie angesehen.

Mitpreisträger des ersten Friedensnobelpreises
10/32 photos © Getty Images 

Mitpreisträger des ersten Friedensnobelpreises

Finanzielle Probleme veranlassten Dunant 1867, sein Amt als Mitglied des Komitees niederzulegen. Als 1901 der erste Friedensnobelpreis verliehen wurde, entschied das norwegische Nobelkomitee, ihn gemeinsam an Jean-Henri Dunant und Frédéric Passy, einen führenden internationalen Pazifisten, zu vergeben. In der Begründung für die Verleihung des Preises an Dunant hieß es: "Ohne Sie wäre das Rote Kreuz, die größte humanitäre Leistung des 19. Jahrhunderts, wahrscheinlich nie vollbracht worden."

Clara Barton (1821–1912)
11/32 photos © Getty Images 

Clara Barton (1821–1912)

Clara Barton war eine ehemalige Erzieherin, die im amerikanischen Bürgerkrieg als Lazarettschwester arbeitete. Sie half bei der Verteilung dringend benötigter Hilfsgüter an die Unionsarmee an der Front.

Die Schweizer Offenbarung
12/32 photos © Getty Images 

Die Schweizer Offenbarung

Nach dem Krieg leitete Barton das "Office of Missing Soldiers" (Büro für vermisste Soldaten) in Washington, D.C. Außerdem reiste sie durch das ganze Land und hielt Vorträge über ihre Erfahrungen auf dem Schlachtfeld. Im Jahr 1869 reiste sie in die Schweiz und lernte das Rote Kreuz und das Werk von Henry Dunant, "Eine Erinnerung an Solferino", kennen.

American Red Cross
13/32 photos © Shutterstock 

American Red Cross

Nach ihrer Rückkehr in die Vereinigten Staaten startete Barton eine jahrelange Kampagne, um die USA zur Ratifizierung der Genfer Konventionen von 1864 zu bewegen. Dies geschah schließlich 1882, ein Jahr nachdem Barton das Amerikanische Rote Kreuz gegründet hatte. Das Bild zeigt den nationalen Hauptsitz des Amerikanischen Roten Kreuzes in Washington, D.C., der 1917 eingeweiht wurde.

"National First Aid Society"
14/32 photos © Getty Images 

"National First Aid Society"

Clara Barton trat 1904 von ihrem Amt als Präsidentin des Amerikanischen Roten Kreuzes zurück, nicht lange nachdem dieses Foto von ihr bei einer feierlichen Baumpflanzung aufgenommen worden war. Bevor sie sich zurückzog, gründete sie 1905 die National First Aid Society. Sie starb 1912.

Erster Weltkrieg
15/32 photos © Getty Images 

Erster Weltkrieg

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs sah sich das IKRK mit enormen Herausforderungen konfrontiert. Das Komitee bat seine Verbündeten um Hilfe in Europa und darüber hinaus. In dieser Zeit erlebte das Amerikanische Rote Kreuz ein exponentielles Wachstum, von etwa 100 Ortsvereinen im Jahr 1914 auf mehr als 3.800 Ortsvereine vier Jahre später. Allein mehr als 20.000 Krankenschwestern wurden rekrutiert, um die US-amerikanischen und alliierten Truppen sowie zivile Flüchtlinge zu unterstützen. Im Bild: Sanitäter beladen die Rettungswagen des Amerikanischen Roten Kreuzes im "1st Line Hospital" am Fuße des Monte Grappa an der italienischen Front mit Krankentragen.

Essensschlange
16/32 photos © Getty Images 

Essensschlange

Amerikanische Soldaten stehen 1917 Schlange, um in der Kantine des Amerikanischen Roten Kreuzes im französischen Toulouse Schokolade und Brötchen zu erhalten.

Das Britische Rote Kreuz
17/32 photos © Getty Images 

Das Britische Rote Kreuz

Die British Red Cross Society wurde im Jahr 1870 gegründet. Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs schloss sie sich dem Order of St John of Jerusalem (vergleichbar mit der heutigen Johanniter-Unfall-Hilfe) an und bildete mit ihm gemeinsam die Joint War Organization (JWO).

Kriegshunde
18/32 photos © Getty Images 

Kriegshunde

Zu den innovativeren Aktivitäten des Roten Kreuzes gehörte die Ausbildung von Bluthunden und Airedale-Terriern, die darauf geschult waren verwundete Soldaten auf den Schlachtfeldern zu suchen.

In den Schützengräben
19/32 photos © Getty Images 

In den Schützengräben

Die Freiwilligen des Roten Kreuzes durchsuchten nicht nur Städte, Dörfer und Krankenhäuser, notierten die Namen der Vermissten, Verletzten und Toten, sondern versorgten auch direkt in den Schützengräben verwundete Kämpfer.

Croix-Rouge Française
20/32 photos © Getty Images 

Croix-Rouge Française

Das Französische Rote Kreuz wurde im Jahr 1864 gegründet. Während des Ersten Weltkriegs standen Hunderte von Menschen vor dessen Hauptsitz in Paris Schlange, um sich als Freiwillige zu melden.

Zweiter Weltkrieg
21/32 photos © Getty Images 

Zweiter Weltkrieg

Während des Zweiten Weltkriegs bildeten die Genfer Konventionen in ihrer Neufassung im Jahr 1929 die rechtliche Grundlage für die Arbeit des IKRK. Bereits 1939 war das Rote Kreuz in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Kindergärten, Sanitätseinheiten und Erholungsstationen tätig. In den USA war der Versand von medizinischen Grundausstattungen nach Europa, die von Freiwilligen des Amerikanischen Roten Kreuzes vorbereitet worden waren, in vollem Gange.

Theresienstadt
22/32 photos © Getty Images 

Theresienstadt

Das IKRK konnte mit Nazi-Deutschland keine Vereinbarung über die Behandlung von Häftlingen in Konzentrationslagern erzielen. Im Oktober 1943 setzten das Dänische Rote Kreuz, das Internationale Rote Kreuz und die dänische Regierung die Nazis unter Druck, um in Theresienstadt eine Inspektion der Bedingungen durchzuführen. Die Nazis versuchten daraufhin, die tatsächlichen Umstände zu vertuschen, indem sie Theresienstadt als “Vorzeige-Ghetto” darstellten. Tatsächlich aber diente Theresienstadt als Transitstation zu den Vernichtungslagern und wurde als "Erholungsort" für ältere und prominente Juden vorgestellt, um damit die Pläne der "Endlösung" zu vertuschen.

Blutspende
23/32 photos © Getty Images 

Blutspende

Während des Zweiten Weltkriegs sammelte das Rote Kreuz 13,4 Millionen Blutkonserven von 6,6 Millionen Spendern. Diese Kriegsleistung wurde zum Vorbild für das zivile Blutspendeprogramm, das das Rote Kreuz 1948 einführte. Auf dem Bild sind Krankenschwestern des Kanadischen Roten Kreuzes zu sehen, die Blut für den Transport an die Front in Europa sammeln.

Die Nachkriegszeit
24/32 photos © Getty Images 

Die Nachkriegszeit

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann das IKRK mit der Überarbeitung und Erweiterung der Genfer Konventionen, um eine Wiederholung der grausamen Ereignisse zu vermeiden. Doch 1950 brach der Koreakrieg aus. Erneut fand sich das Rote Kreuz an vorderster Front wieder.

Vietnamkrieg
25/32 photos © Getty Images 

Vietnamkrieg

Um den neuen Herausforderungen und dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden, wurde das IKRK zu einer großen humanitären Organisation und musste lernen, mit Sicherheitsrisiken und der Gefahr einer zunehmenden Politisierung der humanitären Aktivitäten umzugehen. Mitglieder und Freiwillige des IKRK waren vor Ort in Vietnam, als sich dieser langwierige und blutige Konflikt abspielte. Auf dem Bild sind Truppen der 173. Luftlandebrigade zu sehen, die Verletzte in einen Hubschrauber mit dem Emblem des Roten Kreuzes verladen, um sie in ein Feldlazarett zu evakuieren.

Libanesischer Bürgerkrieg
26/32 photos © Getty Images 

Libanesischer Bürgerkrieg

Mit dem libanesischen Bürgerkrieg (1975–1990) geriet das IKRK mitten in einen facettenreichen bewaffneten Konflikt, der schließlich rund 120.000 Todesopfer forderte, viele davon Zivilisten. Das IKRK ist nach wie vor in der Levante tätig und kümmert sich um die anhaltenden Bedürfnisse von Flüchtlingen, die vor Krieg und Gewalt in der Region fliehen, sowie um die Gemeinden, die sie aufnehmen.

IKRK unter Beschuss
27/32 photos © Getty Images 

IKRK unter Beschuss

Seit dem Ende des Kalten Krieges ist die Arbeit des IKRK noch gefährlicher geworden. Weltweit fanden zahlreiche Angriffe auf die Delegierten, Mitglieder und freiwilligen Helfer statt, ohne Rücksicht auf die Genfer Konventionen und deren Schutzzeichen. Das Bild zeigt die Flagge des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz auf den Trümmern des IKRK-Hauptquartiers in Bagdad, das im Oktober 2003 angegriffen wurde. 

Bürgerkrieg im Jemen
28/32 photos © Getty Images 

Bürgerkrieg im Jemen

Der Jemenitische Rote Halbmond ist eine der wenigen humanitären Organisationen, die der Zivilbevölkerung im Jemen während des anhaltenden Bürgerkriegs vor Ort noch Hilfe leisten. Erschwert wird die Aufgabe des IKRK durch die anhaltende Hungersnot und den Mangel an medizinischen Einrichtungen aufgrund des Konflikts. Das Bild zeigt Mitglieder des Jemenitischen Roten Halbmonds bei der Verteilung von Hilfsgütern an Flüchlingsfamilien im Stadtviertel Al-Saleh in Aden.

Ukraine-Konflikt
29/32 photos © Getty Images 

Ukraine-Konflikt

Zu den größten Einsätzen der letzten Jahre gehört die Unterstützung der Ukraine, wo die Organisation derzeit eng mit der ukrainischen Rotkreuzgesellschaft zusammenarbeitet.

Umgang mit Katastrophen
30/32 photos © Getty Images 

Umgang mit Katastrophen

Außerhalb von Kriegsgebieten ist das IKRK rund um die Uhr in Bereitschaft, um auf Naturkatastrophen zu reagieren und den Opfern von Wirbelstürmen, Erdbeben und ähnlichem zu helfen. Das Bild zeigt das Rote Kreuz im Jahr 2010 in Haiti.

Internationales Museum des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds
31/32 photos © Shutterstock 

Internationales Museum des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds

Das Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum in Genf (Schweiz) bietet einen faszinierenden Überblick über das IKRK. Sein zentrales Thema lautet: Was bewirkt humanitäres Handeln für uns alle, hier und jetzt?

Aufschlussreich und informativ
32/32 photos © Shutterstock 

Aufschlussreich und informativ

Zu den Dauerausstellungen des Museums gehört die Exposition "Restoring Family Links", die aus Tafeln besteht, auf denen Portraits von Kindern, die während des brutalen ruandischen Bürgerkriegs von 1990 bis 1994 von ihren Familien getrennt wurden, illustriert werden.

Quellen: (American Red Cross) (The Nobel Prize) (National Women's History Museum) (The Holocaust Explained) (International Red Cross and Red Crescent Museum)

Auch interessant: Über 75 Jahre Vereinte Nationen – die größten Errungenschaften

Campo obrigatório

Verpasse nichts...


Die neuesten TV-Shows, Filme, Musik und exklusive Inhalte aus der Unterhaltungsindustrie!

Ich erkläre mich mit den AGB und Datenschutzvereinbarungen einverstanden.
Gerne möchte ich exklusive Angebote weiterer Partner erhalten (Werbung)

Eine Abmeldung ist jederzeit möglich
Danke fürs Abonnieren